Familie Roshan bekommt ein neues zu Hause

Die vierköpfige Familie Roshan lebte seit vielen Jahren in einer etwa 15m² großen Lehmhütte. Beim Bau solcher Hütten wird zunächst ein dichtes Grundgerüst aus Ästen errichtet, welche anschließend mit Lehm gefüllt wird. Die Kombination Lehm/ Holz erscheint auf den ersten Blick, recht robust, allerdings können die Wände des Häuschens nur maximal 1,60m hoch gezogen werden. Würde man das Gerüst aus Ästen über diese Grenze hinaus mit Lehm füllen, so würden die Wände unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Da die Wände nicht fest mit dem Untergrund verbunden sind, lassen sich die niedrigen Wände bereits durch leichten Druck bewegen. Die Wandbereiche über dem Lehm, also ab 1,60 Metern bis etwa 2,00 Metern, besteht an diesen Gebäuden aus einer Kombination aus Ästen und Folie oder geflochtenen Palmwedeln. Gerade dieser Bereich der Hütten bereitet vielen Bewohnern Probleme. Denn nur zu oft trägt der Wind die Folien oder Palmwedel ab. Auch bietet die Unterkunft an dieser Stelle eine gefährliche Angriffsfläche für Wind und Regen.

Regen ist insbesondere in der Regenzeit besonders problematisch, da er den Lehm aufweicht, und somit das Gebäude noch instabiler macht. Aus der Not bleibt vielen Familien keine andere Möglichkeit, als auch in dieser in den einsturzgefährdeten Hütten zu leben. Immer wieder kommt es deshalb zu Tragödien. Auch ist die hygenische Situation in einer solchen Unterkunft schwierig. Denn es leben viele unerwünschte Tiere in den Lehmwänden, welche die Lebensmittel verunreinigen oder Träger von Krankheitseregern sein können. Bei unserem Besuch der Familie passierte eine etwa 2 Meter lange Radschlange die Einangstür des Häuschens. Familie Roshan sieht sie als willkommenen Gast, welcher die Nagetierproblematik im Haus etwas entschärft. Die Schlange würde laut Auskunft der Familie regelmäßig zum „Imbiss“ vorbeikommen.
Die Roshans haben zwei Töchter, welche 11 und 14 Jahre sind. Gerne würde die Mutter im Textilgewerbe arbeiten. Da aber das Haus keinen sicheren Schutz bietet, sind sie auf das geringe Einkommen des Familienvaters angewiesen. Dieser hat mehrere Arbeitsstellen, an welchen er bis zu 18 Stunden pro Tag, an sechs Tagen die Woche seinem Lebensunterhalt nachkommt. Eine der Arbeitsstellen ist in einem lokalen, sehr einfachen Straßenimbiss. Diese Tätigkeit übt er nur aus, damit seine beiden Kinder an einem Nachhilfeunterricht teilnehmen können.
Familie Roshan lebt in der Nachbarschaft zur Familie Kasuna, welche im vorherigen Jahr ihr neues Heim beziehen durfte. Unter anderem war es damals auch für die Roshans selbstverständlich, bei den Bauarbeiten unentgeldlich zu helfen!
Es freut uns deshalb ganz persönlich, dass wir in diesem Jahr dieser fleißigen und sehr ehrlichen Familie ein neues Heim bauen konnten. Ein Heim, dass nicht nur sicher ist, sondern auch für eine Familie mit zwei Kindern ein Fundament in eine bessere Zukunft bietet.
Beim Bau, haben wir uns an den Maßen des letzten Hauses orientiert. Allerdings musste das Fundament gut 80 Zentimeter hoch gemauert werden, da das Grundstück der Roshans in der Regenzeit gerne von einem angrenzenden Bach überschwemmt wird.


Ein Jahr nachdem Einzug konnten wir einen erheblichen Aufschwung bei der Familie feststellen.
Nicht nur weil die Mutter nun auch zum Einkommen beiträgt, sondern weil die gesamte Familie in eine positivere Zukunft blickt. So hat zum Beispiel die ältere Tochter ein Stipendium an einer sehr angesehenen Bildungseinrichtung erhalten.
Auch noch 2016 haben wir einen sehr guten Kontakt zur Familie, welche uns stets ihre Unterstützung anbietet. 2015 haben wir sogar einen gemeinsamen Ausflug zum Adams Peek unternommen.

Familie Roshan dank allen Spendern und Unterstützern, welche zu ihrem neuen Heim beigetragen haben.

Auch das Team der Sri Lanka – Nothilfe möchte sich an dieser Stelle herzlich bei allen Beteiligten bedanken!

Projektnummer: 2014/001
Name: Roshan
Ort: Dedduwa
Familienmitglieder: vier
Status: abgeschlossen