– ist immer eine Reise wert

Sri Lanka hat vieles zu bieten. Neben traumhaften, nahezu menschenleeren Stränden, beeindruckender Kultur, wilden Tieren und abwechslungreiche Landschaften kann es vor allem durch seine herzlichen Einwohner punkten, welche immer ein zartes Lächeln schenken.
Gut 11 Flugstunden von Deutschland entfernt, liegt Sri Lanka vorgelagert vor dem indischen Subkontinent. Es ist flächenmäßig gerade mal so groß wie das Bundesland Bayern, hat aber fast doppelt so viele Einwohner. Diese leben zu einer sehr großen Anzahl in den Küstenregionen. Für den abenteuerlustigen Reisenden kann diese Erfahrung von so vielen Menschen sowie das Gedränge auf den Straßen, schon etwas beeindruckendes haben.
Grundsätzlich existiert eine große Straße an der, welche an der Westküste entlang verläuft. Sie verbindet vor allem die kleineren Städte und Ort mit der Hauptstadt Colombo. Durch diese zentrale Anbindung konzentriert sich neben dem Handel und dem Gewerbe, nahezu alles mögliche an dieser „Versorgungsader“.
Ich selbst bin hin und wieder mit einem alten Fahrrad auf dieser Straße unterwegs, wenn ich ein paar Einkäufe erledigen möchte. Theoretisch gilt auf der Insel Linksverkehr und auch so etwas wie allgemeine Verkehrsregeln, welche (gefühlt) von vielen Verkehrsteilnehmern eher eine Sache der Interpretation zu sein scheinen, als wirkliche Regeln. Es ist eine Art organisiertes Chaos. Zwischen unzähligen Menschen drängen sich Fahrzeuge wie Roller, TukTuks, Busse, Fahrräder. Darüber hinaus kommt es nicht selten vor, dass gerade eine kleinere Herde Rinder oder auch mal ein Elefant die Straße kreuzt. Zwar versuchen Polizisten in den verkehrsreichen Tageszeiten etwas Ordnung in diese von Komplexiät kaum zu übertreffende Verkehrsfluss zu bringen, jedoch bleibt ein gewünschter, vielleicht auch nachhaltiger Effekt, eher aus. Zumindest kann man beim Anblick der Szenerie leicht einen solchen Eindruck gewinnen.
Wenn man als Reisender eine gewisse Abenteuerlust in sich trägt, kann man so einige Interessante Beobachtungen machen, wenn man diese Kulisse einfach auf sich wirken lässt, ohne selbst daran aktiv teilzunehmen. So findet man zum Beispiel einen Bauern, welcher scheinbar unbeirrt seine Rinder über die Straße treibt. Fahrgäste eines völlig überfüllten Busses , welcher durch die Rinderherde bremsen muss, verlassen das Fahrzeug noch bei langsamer Fahrt. Zeitgleich steigen weitere Fahrgäste zu. Ein vielleicht 1,50 Meter kleiner Mann drängt  sich zwischen den Passagieren durch den schamlen Gang im Bus und kassiert den Fahrpreis. Trotz der Hitze und Enge, schafft er es jedem Passagier eine Fahrkarte handschriftlich auszustellen, und jede Zahlungsbewegung in seinem Kassenbuch zu notieren. Für kleines Geld kann man fast jeden Winkel der Insel erreichen. Vorausgesetzt man hat viel, viel Zeit und Geduld. Denn für eine Strecke von 100 Kilometern werden gerne mal fünf bis sechs Stunden benötigt. Ungeachtet dessen, dass man immer wieder Umsteigen muss.
Eine der schönssten und interessantesten Reisemöglichkeiten stellt in Sri Lanka der Zug dar. Das Land hat bereits in der Kolonialzeit ein recht gutes Schienennetz erhalten, welches vorwiegend zum Transport von Gütern aus dem Landesinneren an die Küste vorgesehen war. Eines der wichtigesten Güter ist nach wie vor Tee. Dieser wächst hauptsächlich im Zentrum der Insel in Höhenlagen ab etwa 1000 bis 2000 Metern. Bis heute existiert daher eine einspurige Schienenverbindung zwischen der Hauptstadt am indischen Ozean über die Kulturstadt Kandy, über die Teestädte Hutton und Ella bis hin in die entlegene Ortschaft Badulla. Für die etwa 270 Kilometer lange Strecke benötigt der Zug gut 15 Stunden, vorausgesetzt es treten während der Fahrt keine technischen Probleme auf. Dann kann es vorkommen, dass das Zugbeleitpersonal mit einer Draisine in den nächsten Bahnhof fährt um Ersatzteile zu besorgen. Der Zug hingegen bleibt über die Dauer bis zur Reparatur einfach stehen.
Insgesamt beitet die Strecke von Colombo nach Badulla mehrfach wunderschöne Ausblicke. Denn das mäandrierende Gleisbett ist meist auf den Bergrücken oder den seitlichen Fels gehauen. Sitzt man als Fahrgast auf dieser Strecke auf der rechten Seite, mit Blick in Richtung der Schluchten, hat man das Gefühl der Zug würde schweben. Denn durch die steilen Hänge, lässt sich der Schienenboden vom Abteil nicht sehen. Man blickt lediglich in die tiefen Schluchten der Teeplantagen. Die Aussicht ist einfach atemeraubend, auch wenn durchaus ein unbehagliches Gefühl aufkommen kann, wenn der Zug mal wieder ruckelt. Zusätzlich führt das Gleisbett durch fast 50 kleine Tunnel oder Felsaussparungen, welche zu einer Seit hin offen sind. Der Zug tuckert eher als er fährt. Die Fahrt ist dementsprechend recht langsam. Interessant ist es auch, wenn der Zug in eine der sehr zahlreichen und engen S – Kurven fährt. Hier kann man den übrigen Passagieren in den Wagons, welche hier gegenüberliegen, winken. Züge welche in die Hochregionen fahren, werden mit westenlich kürzeren Wagons behäng. Denn Wagons in Normallänge könnten auf dem engen Gleisbett nicht fahren. In den meisten Zügen auf Sri Lanka gibt es drei Klassen. Ich persönlich nehme gerne die dritte Klasse. Zwar ist es in der Regel hier recht beengt, aber es ist einfach viel interessanter und persönlicher. Nicht selten tun sich ein paar Fahrgäste zusammen und fangen einfach an zu singen oder zu musizieren. Auch kann man hier einen tollen Service genießen. Stetig laufen Händler durch die Flure und bieten ihre Waren an.  Angefangen bei Getränken und Snacks bis hin zu Rubbellosen, Zeitungen und Haushaltswaren. Ein Händler welcher ein Reinigungsmittel für Kugelschreiberfelcken angeboten hatte, machte sogar eine sehr uterhaltsame Livedemontration mit seinem Produkt. Es ist einfach sehr abwechslungreich und die Zeit vergeht sehr schnell.
In den Regionen, in welchem der Tee angebaut wird, sind die Temperaturen etwas niedriger als an der Küste. Hier oben herrscht eher ein gemäßigtes aber ein über das Jahr hinweg konstantes Klima. 20 bis 25 °C sind hier völlig normal und im Gegensatz zur tropischen Zone, für viele Reisende etwas angenehmer.
Das Hochland ist keine wirkliche Touristenregion. Auch wenn es hier (auch für deutsche Verhältnisse) gute Unterkünfte gibt, trifft man eher selten auf weitere Reisende aus dem Ausland. Ein kleines Highligth ist der Ort Ella. Hier ist man nur begrenzt auf Touristen eingestellt, aber dafür kann man neben der Ruhe, die Gastfreundlichkeit der Menschen in Ella und die grandiose Aussicht in das Tal genießen. Auch muss man sich hier keine Gedanken über Stechmücken machen. Denn diese finden den Weg nicht hier hoch 🙂
Ella ist ein idealer Ort für alle, die Entspannung suchen, entfernt vom Trubel der Hotelresorts und das Individuelle und Autentische suchen.
Jene Reisende, welche den Zug eher meiden möchten, können auch mit einem Wasserflugzeug vom Flughafen in Colombo in die Stadt Nuwara Eliya fliegen. Von dort kann man ein Taxi oder TukTuk nach Ella nehmen.
Sri Lanka verfügt über zahlreiche Nationalparks, in welchen so gut wie allen wildlebende Elefanten anzutreffen sind. Der größte Park ist der Yala – Nationalpark im Südosten des Landnes. Hier kann man neben Elefanten auch Leoparden, Krokodile, Wasserbüffel und Hirsche antreffen. Für den Besuch des Parks sollte man mindestens acht Stunden einplanen. Das Klima im Park ist im Verhältnis zum Rest der Insel recht trocken. Hier wachsen vorwiegend Dornbüsche.
Noch ein Wort zur Reisezeit …
Die Perle im indischen Ozean, so wie Sri Lanka hier genannt wird, liegt in Breitengraden, in welchen es zu den bekannten Monsunregen kommt. In dieser Zeit (April bis Juli) muss man örtlich mit viel Regen rechnen. Eine gute Reisezeit ist von daher Dezember bis Februar. In dieser Zeit ist das Meer, im Gegensatz zur Monsunzeit, sehr ruhig. Fast wie in einem Pool. Auch gibt es in dieser Zeit wesentlich weniger Regentage. Ab Ende Februar verändert sich dann die Meeresströmung, und das Wetter verändert sich. Zwar haben hohe Wellen durchaus etwas beeindruckendes, aber wenn man das 30°C warme Wasser genießen möchte, sind die Wellen etwas hinderlich.
Weitere Informationen zu Reisen nach Sri Lanka können Sie in unserer Rubrik „Reisetipps“ nachlesen.

Sri Lanka ist ein Land mit vielen Facetten und Gesichtern. Wer hier was außergewöhnliches erleben möchte, was man nicht in einem Reisebüro buchen kann, muss sich einfach von den Menschen mitreißen lassen. Der Rest ergibt sich ganz von alleine …

Daniel Stich