Teeanbau

Tee hat in Sri Lanka eine lange Tradition. Hier in Europa ist er vor allem durch den Namen Ceylon – Tee bekannt. 1976, Jahre nach der Unabhängigkeit von Großbritanien  wurde Ceylon in Sri Lanka umbenannt.
Je nach Anbauregion wird zu unterschiedlichen Jahreszeiten geerntet. Lediglich in den Regenwaldregionen werden das ganze Jahr über die zarten Teeblätter gepflückt. Während der Erntesaison werden die Teesträucher etwa einmal pro Woche beerntet. Dabei werden lediglich die neuen, in den vergangenen Tagen nachgewachsenen Triebe, geerntet. Diese feinen Blätter sind wesentlich heller als die älteren am Strauch verbleibenden.
Nach der Ernte, welche bis heute immer noch ohne Maschinen durchgeführt wird, werden die Blätter mit warmer Luft langsam auf eine Restfeuchtigkeit von 50% gebracht. Anschließend können sie in einem sogenannten „Brecher“ in kleinere Stücke gerissen werden. Durch die Risse im Blattgewebe ist es so möglich, dass der Blattsaft austritt und den Fermentationsprozess in Gang bringt. Gleich nach dem brechen der Blätter werden sie der Größe nach, über ein Rüttelsieb sortiert. Anschließend kommen die Blattstücke in einen Raum, in welchem eine Wassersprühanlage dafür sorgt, dass immer eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Durch diese und den üblich warmen Temperaturen kann der Fermentationsprozess (Oxidation) stark beschleunigt werden, sodass dieser abgeschlossen ist, bevor der Tee zu faulen beginnt. Nach etwa drei bis vier Stunden, abhängig von der gewünschten Qualität, wird der Fermentationsprozess gestoppt. Zu diesem Zweck werden die Blattstücke bei 270°C in einem speziellen Ofen getrocknet. Danach ist der Tee fertig.
Seit 2012 beziehen wir unseren Tee, welchen wir unter anderem auf unseren Veranstaltungen anbieten, aus einer kleinen Teefabrik bei Ittapane. Diese Fabrik betreibt keine eigenen Teeplantagen, sondern sammelt die gepflückten Teeblätter bei den Anbaufamilien in der Region zur Verarbeitung ein. Viele Familien pflanzen deshalb entsprechende Teesträucher um ihre Hütten und Häuser. Letztlich sind die dadurch erzielten Einnahmen für die Familien aber nur ein Zubrot. Den Lebensunterhalt können sie damit nicht besteiten. Aber es ist insbesondere für Frauen, welche es im Vergleich zu den Männern schwerer haben eine Arbeit zu finden, eine gute Möglichkeit, sich am Einkommen der Familie zu beteiligen. Diese Anbauregion ist durch den Regenwald geprägt. Viele der Anbaufamilien leben selbt in abgelegenen Bereichen des Waldes. Wegen dieser besonderen Anbauumgebung nennen wir unseren Tee ganz einfach „Urwaldtee“.